Marktstatistik Zwangsversteigerungen
Aktuelle Kennzahlen aus unserer Datenbank: aktive Verfahren nach Bundesland und Objektart, Median-Verkehrswert und neu erfasste Verfahren pro Monat.
Stand 17. Oktober 2026: ZVG Melder führt 3.126 aktive Zwangsversteigerungen aus 14 der 16 Bundesländer, der Median der 3.027 festgesetzten Verkehrswerte liegt bei 175.000 €. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichen nicht im gemeinsamen Justizportal und fehlen deshalb. Über das ganze Jahr 2025 wurden laut Argetra bundesweit 14.082 Immobilien zur Zwangsversteigerung aufgerufen.
aus 3.027 final festgesetzten Verkehrswerten
Aktive Zwangsversteigerungen nach Bundesland
- Nordrhein-Westfalen 862
- Bayern 421
- Niedersachsen 344
- Rheinland-Pfalz 312
- Hessen 312
- Sachsen 215
- Thüringen 170
- Sachsen-Anhalt 144
- Brandenburg 105
- Berlin 104
- Saarland 68
- Baden-Württemberg 52
- Bremen 14
- Schleswig-Holstein 3
Erstmals von ZVG Melder erfasste Verfahren pro Monat
- Mai 26 · Startmonat · unvollständig 2.906
- Juni 26 1.274
- Juli 26 1.265
- Aug. 26 1.086
- Sept. 26 1.100
- Okt. 26 · laufender Monat · unvollständig 594
Erfasst seit Mai 26. Der Startmonat ist wegen des unbekannten genauen Starttags unvollständig; der laufende Monat Okt. 26 ebenfalls. Gezeigt werden nur Monate mit mindestens einem erstmals erfassten Verfahren; fehlende Monate gelten nicht als null.
Verkehrswerte nach Bundesland
| Bundesland | Aktive Verfahren | mit Verkehrswert | Ø Verkehrswert | Median |
|---|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 862 | 845 | 372.138 € | 227.000 € |
| Bayern | 421 | 413 | 406.324 € | 257.000 € |
| Niedersachsen | 344 | 328 | 437.011 € | 198.000 € |
| Hessen | 312 | 303 | 388.910 € | 200.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 312 | 293 | 202.348 € | 143.000 € |
| Sachsen | 215 | 209 | 162.542 € | 77.000 € |
| Thüringen | 170 | 161 | 93.853 € | 53.900 € |
| Sachsen-Anhalt | 144 | 137 | 136.905 € | 75.000 € |
| Brandenburg | 105 | 99 | 177.382 € | 85.000 € |
| Berlin | 104 | 104 | 2.802.994 € | 440.000 € |
| Saarland | 68 | 66 | 181.551 € | 147.800 € |
| Baden-Württemberg | 52 | 52 | 300.933 € | 239.000 € |
| Bremen | 14 | 14 | 196.647 € | 149.500 € |
| Schleswig-Holstein | 3 | 3 | 492.333 € | — |
Verkehrswert-Angaben beruhen ausschließlich auf final festgestellten amtlichen Verkehrswerten; Verfahren ohne festgestellten Verkehrswert fließen nicht in Durchschnitt und Median ein. Die Spalte „mit Verkehrswert“ zeigt die jeweilige Datenbasis. Einen Median nennen wir erst ab 10 festgesetzten Werten, weil er bei weniger Werten nur einzelne Objekte abbildet und nichts über das Preisniveau eines Landes sagt.
Aktive Zwangsversteigerungen nach Objektart
| Objektart | Aktive Verfahren | Anteil |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus | 878 | 28,1 % |
| Eigentumswohnung | 578 | 18,5 % |
| Gewerbe | 235 | 7,5 % |
| Mehrfamilienhaus | 161 | 5,2 % |
| Zweifamilienhaus | 160 | 5,1 % |
| Land-/Forstwirtschaft | 160 | 5,1 % |
| Mehrere Objekte | 146 | 4,7 % |
| Doppelhaushälfte | 123 | 3,9 % |
| Unbebautes Grundstück | 108 | 3,5 % |
| Stellplatz/Garage | 94 | 3,0 % |
| Reihenhaus | 78 | 2,5 % |
| Grundstück | 43 | 1,4 % |
| Sonstiges | 362 | 11,6 % |
Jedes Verfahren zählt in genau einer Objektart, die wir aus der Angabe der amtlichen Bekanntmachung ableiten. „Sonstiges“ umfasst Verfahren ohne zuordenbare Objektart.
Zwangsversteigerungen in Deutschland: Jahreszahlen im Überblick
Unsere Live-Kennzahlen zeigen nur das aktuelle Angebot. Für die Einordnung im Zeitverlauf greifen wir auf die Auswertungen des Fachverlags Argetra zurück, der jährlich die anberaumten Termine von rund 500 Amtsgerichten auswertet. Das ist dieselbe öffentliche Grundlage, aus der auch unser Verzeichnis entsteht.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 14.082 Immobilien mit einem Verkehrswert von insgesamt 4,76 Mrd. € zur Zwangsversteigerung aufgerufen (+4,7 % gegenüber dem Vorjahr). Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 7.845 Objekte (+8,4 %); Argetra rechnet für 2026 mit rund 15.000 Objekten.
| Zeitraum | Aufgerufene Objekte | Veränderung | Verkehrswert gesamt | Ø Verkehrswert je Objekt |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | 12.332 | +2,1 % | 3,87 Mrd. € | 313.955 € |
| 2024 | 13.445 | +9 % | 4,30 Mrd. € | 319.509 € |
| 2025 | 14.082 | +4,7 % | 4,76 Mrd. € | 337.839 € |
| 1. Halbjahr 2026 | 7.845 | +8,4 % | 2,59 Mrd. € | 330.852 € |
Wo und was wird versteigert?
- Rund 70 % der aufgerufenen Objekte sind Wohnimmobilien, vor allem Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser.
- Im Jahr 2025 waren bundesweit 34 von 100.000 Haushalten von einer Zwangsversteigerung betroffen. Die Spanne reicht von Thüringen (60) bis Bayern (27).
- Zwangsversteigerungen entstehen nicht nur aus Zahlungsschwierigkeiten: Ein erheblicher Teil sind Teilungsversteigerungen aus Erben- und Ehegemeinschaften. Der Verkehrswert ist der vom Gericht festgesetzte Wert und kein garantierter Erlös.
Quellen
- Immobilienmarkt: Zwangsversteigerungen in Deutschland 2024 (Jahresbericht, Presseversion) — Argetra GmbH, veröffentlicht am 31. Januar 2025
- Zahl der Zwangsversteigerungen 2025 weiter gestiegen — dpa-AFX / finanznachrichten.de (nach Argetra-Jahresbericht 2025), veröffentlicht am 22. Januar 2026
- Zwangsversteigerungen 2026: Wo Käufer jetzt profitieren — Haufe (nach Argetra-Halbjahresbericht 2026), veröffentlicht am 9. Juli 2026
Zahlen geprüft am 14. August 2026. Argetra veröffentlicht Jahres- und Halbjahresberichte; die vollständigen Berichte sind kostenpflichtig, die zitierten Kennzahlen stammen aus den öffentlichen Presseversionen bzw. deren Berichterstattung.
Gutachten und Dokumentauswertungen im erfassten Bestand
Fester Datenstand:
Am 8. September 2026 umfasste der ausgewertete Bestand von ZVG Melder 2.134 aktive Verfahrenseinträge zu Wohnimmobilien aus 14 Bundesländern. Bei 1.528 Einträgen waren Unterlagen als Gutachten zugeordnet; für 1.429 lag eine automatische Dokumentauswertung vor.
| Unterlagen und Auswertung | Verfahrenseinträge |
|---|---|
| Gutachten zugeordnet und Dokumentauswertung vorhanden | 1.056 |
| Gutachten zugeordnet, keine Dokumentauswertung vorhanden | 472 |
| Dokumentauswertung vorhanden, kein Gutachten zugeordnet | 373 |
| Weder Gutachten zugeordnet noch Dokumentauswertung vorhanden | 233 |
| Einträge zu Wohnimmobilien insgesamt | 2.134 |
Was die Zahlen aussagen
Gezählt wird jeder erfasste Eintrag des ZVG-Portals einmal, unabhängig von der Zahl seiner Grundstücke, Wohnungen oder Dokumente. Mehrere Einträge können zu demselben gerichtlichen Verfahren gehören. Enthalten sind als Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhaus, Reihenhaus, Doppelhaushälfte oder Eigentumswohnung eingeordnete Einträge. Inaktive Einträge und bereits vergangene Termine sind ausgeschlossen; Einträge ohne bekannten Termin bleiben enthalten.
Als Gutachten zugeordnet bedeutet: Mindestens eine erfasste Unterlage ist diesem Eintrag als Gutachten zugeordnet und nicht als entfernt vermerkt. Diese Zuordnung bestätigt weder den Inhalt noch die Vollständigkeit des Dokuments.
Eine Dokumentauswertung zählt, wenn ein gespeichertes automatisches Ergebnis vorliegt; bekannte Platzhalter-Ergebnisse werden ausgeschlossen. Die Auswertung kann auf anderen Unterlagen beruhen und muss nicht aus dem aktuell zugeordneten Gutachten stammen. Ihre fachliche Richtigkeit und Vollständigkeit werden hier nicht bewertet.
Dies ist eine Momentaufnahme unseres erfassten Bestands aus 14 von 16 Bundesländern, keine vollständige oder repräsentative Deutschlandstatistik. Fehlende Unterlagen oder Auswertungen in unserem Bestand bedeuten nicht, dass beim Gericht kein Gutachten existiert. Aus den Zahlen lassen sich weder Besichtigungen noch der Zustand einer Immobilie ableiten. Der Datenstand wird unverändert aufbewahrt; aktuelle Zahlen im Verzeichnis können abweichen.
Zitierhinweis: ZVG Melder, „Gutachten und Dokumentauswertungen im erfassten Bestand“, Datenstand 8. September 2026, 2.134 Verfahrenseinträge zu Wohnimmobilien.
Quelle: Wir erfassen täglich die amtlichen Bekanntmachungen der deutschen Amtsgerichte über das Justizportal zvg-portal.de. Das deckt 14 von 16 Bundesländern ab; Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichen dort nicht.
Zählweise: „Aktive Verfahren“ sind Zwangsversteigerungen mit laufendem oder noch nicht datiertem Termin, also das, was Interessenten aktuell durchsuchen können. Aufgehobene und vergangene Termine zählen nicht mit.
Verkehrswerte: In Durchschnitt und Median fließen nur final festgestellte amtliche Verkehrswerte ein, also weder vorläufige Angaben noch symbolische Werte. Wir nennen zuerst den Median, weil wenige sehr hohe Werte den Durchschnitt stark verschieben, und weisen ihn erst ab 10 Werten aus.
Zitierweise: Alle Zahlen dieser Seite dürfen mit Quellenangabe „ZVG Melder (zvg-melder.de)“ und Stand-Datum frei zitiert werden.
Sie recherchieren zu Zwangsversteigerungen in Ihrer Region? Wir stellen Ihnen gern aktuelle Zahlen pro Amtsgericht oder Landkreis zusammen, als Tabelle, Grafik oder O-Ton mit Einordnung.
Presseanfragen: kontakt@zvg-melder.de
Häufige Fragen zur Statistik
Stand 17. Oktober 2026 listet ZVG Melder 3.126 aktive Zwangsversteigerungen aus 14 der 16 Bundesländer. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichen nicht im gemeinsamen Justizportal. Mehrere Einträge können zum selben Verfahren gehören, und die Zahl ändert sich laufend, weil täglich Termine hinzukommen und Verfahren aufgehoben werden.
Aus den öffentlichen Bekanntmachungen der deutschen Amtsgerichte. ZVG Melder ist kein offizielles Justizportal; maßgeblich bleibt immer die amtliche Bekanntmachung des zuständigen Gerichts.
Stand 17. Oktober 2026 liegt der Median der festgesetzten Verkehrswerte aktiver Verfahren bei 175.000 €: Die eine Hälfte der 3.027 Verfahren mit festgesetztem Verkehrswert liegt darunter, die andere darüber. Der Durchschnitt beträgt 400.233 €; er reagiert stark auf wenige sehr hohe Werte, deshalb nennen wir zuerst den Median. Der Verkehrswert wird vom Gericht festgesetzt und ist kein garantierter Kauf- oder Marktpreis.
2025 wurden laut Argetra-Jahresbericht 14.082 Immobilien mit einem Gesamt-Verkehrswert von 4,76 Mrd. € zur Zwangsversteigerung aufgerufen, das sind 4,7 % mehr Termine als im Vorjahr. Der durchschnittliche Verkehrswert je Objekt lag bei 337.839 €.
Ja, seit 2023 durchgehend: 2023 12.332 Objekte, 2024 13.445, 2025 14.082. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Zahl bei 7.845 (+8,4 % gegenüber dem Vorjahreshalbjahr). Für 2026 rechnet Argetra mit rund 15.000 Objekten. Hauptgründe laut Argetra: auslaufende Zinsbindungen aus der Niedrigzinsphase, steigende Insolvenzzahlen und Teilungsversteigerungen aus Erbengemeinschaften.
Gemessen an den Haushalten lag Thüringen 2025 mit 60 betroffenen Haushalten je 100.000 vorn, Bayern mit 27 am unteren Ende (Bundesdurchschnitt: 34). Absolut führen die bevölkerungsreichen Länder; die aktuelle Verteilung nach Bundesland sehen Sie oben in der Live-Statistik.
Zahlen basieren auf den von uns erfassten amtlichen Bekanntmachungen und werden täglich aktualisiert. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit.